Jedem Pflänzchen seine Chance

Vor einem Jahr habe ich meine autodidaktische Ausbildung als CoWorkGründerin begonnen. Wenn Ihr fragt, was ich in diesem Jahr gelernt habe, lautet die Antwort: ProjektSchmiedin, ZahlenJongleurin, und … IdeenGärtnerin. Denn: jedes Pflänzchen braucht eine Chance.

Bei den Vorbereitungen zu einem Event, das im vergangenen Sommer bei uns stattfand, waren mehrere Frauen als WorkshopLeiterinnen beteiligt. Wir besprachen während des Aufbaus gemeinsam die Aufteilung des Raumes und der Tische. Eine der Frauen beschwerte sich ständig über DetailFragen, die sich auf unsere Einrichtung bezogen, die ihr nicht so richtig ins Konzept zu passen schien. Während die anderen Frauen mir unauffällige Zeichen gaben, die mich aufmuntern sollten, merkte ich, dass ich es dieser einen Frau tatsächlich in keiner Sache recht machen konnte. Auf dem Höhepunkt ihrer Unzufriedenheit forderte sie mich auf, eine schmächtige Grünpflanze zu entfernen, die auf der Fensterbank auf Zuwendung harrte. Sie empfand den Anblick dieser mickrigen Grünlilie als Zumutung und war der Meinung, das Gewächs müsste am besten gleich komplett entsorgt werden. Ich nahm den Topf und stellte ihn also erstmal in die Küche.

Ihr erinnert euch vielleicht noch an Julians Frage nach unserer großen BudenUhr. „Warum hängt die Uhr ausgerechnet hier? Hast du dir was dabei gedacht?“ Diese Frage hatte mir die Wichtigkeit des ZeitManagements vor Augen geführt. Das Ereignis mit dem MickerPflänzchen brachte mir ein weiteres PuzzleTeil des BudenSpirits ins Bewusstsein.

Nach der Veranstaltung suchten wir für unser Grünzeug einen neuen Platz im Open Space. Als es sich dort ein wenig erholt hatte, kam Deborah eines Abends zu uns. Sie war im Begriff sich im Konfi auf ihren Workshop vorzubereiten und bemerkte beiläufig mit liebevoll-wohlwollendem Blick auf unsere Grünlilie: „Die müsste mal umgetopft werden.“

Das Bild, das nun entstanden ist, ist eindeutig, oder?

  • Wenn eine meiner Ideen mickrig ist, ändere ich den Standort, bzw. die Sichtweise und wende mich ihr mit ein wenig Aufmerksamkeit zu, anstatt sie direkt zu verwerfen. D.h. ich verhalte mich flexibel und beweglich und beharre nicht auf dem Ausgangspunkt meiner Überlegungen.
  • Das zweite Learning heißt: Schwierige Begegnungen bergen immer auch einen Lern- und Bewusstseinseffekt und haben somit auch ihre Berechtigung.
  • Und der dritte Punkt ist mir der Liebste: Umgib dich bewusst mit Menschen, die den BudenSpirit teilen und konstruktive Lösungen suchen, diese Lösungen auch mal ganz freimütig mit dir teilen, anstatt an allem rumzunörgeln.

Wir sind hier, um uns und unsere Ideen zu entwickeln. Wir müssen nicht perfekt sein. Auch ein mickriges Pflänzchen hat das Recht, etwas aus sich zu machen.

Schreibe einen Kommentar

5 + = 7